Dienstag, 07.09.2010
Paris (sda/afd) Die Europäer werden älter und ein höheres Pensionierungsalter ist nach Ansicht der EU-Kommission unausweichlich. Nach vielen anderen europäischen Ländern reagiert auch Frankreich auf die steigende Lebenserwartung:
FRANKREICH: Das Nachbarland hat mit 60 Jahren EU-weit das niedrigste Renteneintrittsalter, nun wird erbittert um eine schrittweise Anhebung auf 62 Jahre bis 2018 gestritten. Das Parlament beriet am Dienstag begleitet von Massenprotesten und Streiks im ganzen Land über die Reform, die noch im Herbst endgültig verabschiedet werden soll.
Nach Ablauf der vollen Beitragszeit von derzeit noch 40 Jahren beträgt die Rente in Frankreich etwa die Hälfte des Durchschnittseinkommens der letzten 25 Jahre. Die volle Rente unabhängig von den Beitragsjahren erhält bisher auch, wer erst mit 65 Jahren in den Ruhestand geht. Diese Altersgrenze soll nun schrittweise auf 67 erhöht werden.
DEUTSCHLAND: Die Rente mit 67 ist im nördlichen Nachbarland bereits beschlossene Sache - doch wird die Kritik daran lauter. Nach dem von Union und SPD in der grossen Koalition verabschiedeten Gesetz wird das Pensionierungsalter zwischen 2012 und 2029 stufenweise von derzeit 65 auf 67 Jahre angehoben.
Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann auch künftig bei vollen Bezügen mit 65 Jahren aufhören zu arbeiten. Es ist auch weiter möglich, mit frühestens 63 Jahren in Rente zu gehen, dann muss ein Abschlag von 14,4 Prozent hingenommen werden.
SPANIEN: In der Schuldenkrise will die Regierung in Madrid das gesetzliche Rentenalter ähnlich wie in Deutschland von derzeit 65 auf 67 Jahre erhöhen. Auch hier gibt es massive Proteste gegen das Vorhaben.
ITALIEN: Konnten die Italiener bis 2007 noch mit 57 Jahren in Rente gehen, wird das Mindestalter nun bis 2013 auf 61 Jahre angehoben. Gleichzeitig setzte die Regierung ab 2012 das Rentenalter für Beamtinnen von 61 auf 65 Jahre herauf und gleicht es damit an die schon geltenden Regeln für ihre männlichen Kollegen an.
GROSSBRITANNIEN: Die britische Regierung hat bisher europaweit die weitgehendsten Pläne. Die Briten müssen sich bis 2046 auf die Rente mit 68 einstellen. Derzeit liegt das Rentenalter für Frauen in der Regel bei 60 und für Männer bei 65 Jahren. Bis 2020 soll die Altersgrenze für Frauen schrittweise auf ebenfalls 65 Jahre steigen. Zusatzrenten sind in Grossbritannien weit verbreitet.
SCHWEIZ: In der Schweiz gilt für die Pensionierung das Alter 65. Der Bezug der AHV beginnt am 1. des Monats, welcher der Erreichung des ordentlichen Rentenalters folgt. Frauen erhalten nach Vollendung des 64. Lebensjahres die AHV-Rente. Vor allem bürgerliche Politiker verlangen eine Erhöhung des Rentenalters auch in der Schweiz.