HR Today | 12/2011 | Text: Marianne Rupp
«Ein Familienunternehmen mit sehr langer Betriebszugehörigkeit, das hat mich fasziniert, da wollte ich arbeiten», sagt Mirja Tzschoppe. Sie ist seit 1. Oktober 2011 HR-Leiterin bei der Miele AG. Der Hersteller von designorientierten Haushaltsgeräten für den privaten und gewerblichen Bereich beschäftigt in der Schweiz rund 400 Personen, für die Tzschoppe zusammen mit ihren drei Mitarbeitenden verantwortlich ist.
Bereits während ihres Einarbeitungsprogramms habe sie festgeestellt, wie gross die Loyalität und Zufriedenheit der «Miele-aner» sei. «Die Begeisterung, mit der ich eingeführt wurde, war einmalig.» Diesen Enthusiasmus, ist Mirja Tzschoppe überzeugt, könne man nicht heucheln. Die Unternehmenskultur, die viele Freiräume gewähre, konsensorientiert und nicht hierarchisch sei und wo noch der gesunde Menschenverstand über den Reglementen herrsche, wolle sie wahren, sagt die HR-Leiterin. Hingegen möchte sie mit Bedacht Veränderungen herbeiführen in HR-Aufgaben, wo Effizienz gesteigert werden kann.
Als gebürtige Deutsche lebt Mirja Tzschoppe seit elf Jahren in der Schweiz und kennt die Schweizer Mentalität. Sie war als Arbeitspsychologin und Laufbahnberaterin selbständig tätig, hat im europäischen Headquarter der US-amerikanischen Zimmer GmbH als Assoc. Director HR EMEA gearbeitet. Zuvor war sie in Deutschland bei Nokia Networks GmbH als Personalverantwortliche tätig. Sie hat das Studium der Psychologie mit Spezialisierung in Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie abgeschlossen und das Nachdiplomstudium Berufs- und Laufbahnberatung absolviert.
In Skandinavien aufgewachsen und neun Jahre für den finnischen Konzern Nokia in Deutschland tätig, sei sie geprägt vom partizipativen Führungsstil der nordischen Länder, sagt Mirja Tzschoppe. Der Umgang mit ihr sei daher unkompliziert, wie sie durch die Feedbacks ehemaliger Kollegen weiss. Zudem unterstütze sie die Mitarbeitenden bei der Suche nach eigenen Lösungen und helfe nötigenfalls, die Prioritäten nochmals zu überarbeiten. «Ich glaube, in unserer komplexen Welt ist es notwendig, sich zu überlegen, was absolut überlebenswichtig ist und für was wir unsere Energie und Zeit aufwenden wollen. Ich helfe meinen Mitarbeitenden, den Mut zu haben, das zu tun, was sie für notwendig halten.» Ihre Mitarbeitenden schätzen denn auch an ihr, dass sie gut zuhören und nachfragen kann, Verständnis hat und menschenorientiert denkt. Mirja Tzschoppe selber nennt zudem ihre Ruhe und ihren Humor als weitere Stärken. «In stressigen oder chaotischen Situationen ziehe ich die Sache ins Absurde, um sie zu relativieren. Denn kaum etwas ist so weltbewegend und schlimm, dass man nicht darüber lachen kann.»
In der Teamarbeit ist es der HR-Leiterin besonders wichtig, dass jeder im Team immer informiert ist, woran die Kollegen gerade arbeiten. Zudem legt sie Wert darauf, dass das HR-Team professionell auftritt. Ärgern kann sie sich über politische Spiele und selbstherrliche Personen. «Beides ist eine wahnsinnige Zeitverschwendung», findet sie.
Erholen kann sich die HR-Leiterin und zweifache Mutter bei ihrer Familie: «Das ist eine ganz andere Welt, und wenn ich abends nach Hause komme und die Türe zumache, bleibt alles, was am Tag war, draussen.» Ganz nach ihrem Motto: «Das Leben ist kurz und kostbar, darum tue das Wesentliche.» Was das sei, beruflich und privat, dürfe jeder selber herausfinden.