HR Today | 11/2005 | Text: Marianne Rupp

Lohntransparenz als taugliches Instrument für Einsteiger

Ein 36-jähriger Absolvent einer Höheren Fachschule verdient durchschnittlich 93000 Franken jährlich. Das ergab die diesjährige Lohnerhebung im Auftrag des Schweizerischen Verbands der Techniker TS (SVTS). Die Studie ist ein praxistaugliches Instrument für Arbeitgeber und Arbeitnehmende, die adäquate Löhne ermitteln möchten.

«Wir wollen die Löhne bei der Berufsgruppe ‹Absolventinnen und Absolventen Höherer Fachschulen› in der Schweiz transparenter machen», sagt Urs Gassmann, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbands der Techniker TS (SVTS). «Mit der aktuellen Studie sind wir diesem Ziel näher gekommen.» Die Gehaltserhebung 2005/ 2006 ist zum dritten Mal erschienen und enthält neben der Technik neu auch die Bereiche Gastronomie/Tourismus und Wirtschaft.
Die Lohnunterschiede zwischen diesen einzelnen Bereichen sind markant. Dies ist auch auf das unterschiedliche Durchschnittsalter der Teilnehmenden aus den verschiedenen Fachbereichen zurückzuführen. So verdienen Mitarbeitende im Bereich Technik 95000 Franken (Durchschnittsalter 36), im Bereich Wirtschaft 118000 Franken (Alter 40) und im Bereich Gastronomie/Tourismus 76000 Franken (Alter 31) im Jahr. «Die unterschiedlichen Durchschnittsalter kommen unter anderem daher, dass es beispielsweise den Abschluss Höhere Fachschule für Wirtschaft HFW, früher HKG, schon seit über vierzig Jahren gibt, hingegen derjenige für Gastronomie/Tourismus kaum zehn Jahre alt ist», erklärt Urs Gassmann.

Für die Studie wurden 12000 HF-Absolventen angeschrieben, 2048 sandten einen auswertbaren Fragebogen zurück. Dieser Rücklaufquote von 17 Prozent war es zu verdanken, dass die Gehälter nach verschiedenen Branchen und Kantonen repräsentativ dargestellt (siehe Grafik) und die Lohntransparenz gesteigert werden konnte.
«Rund 12,7 Prozent der Antworten stammen von Frauen, und diese sind wiederum vorwiegend im Gastronomiebereich tätig», sagt Urs Gassmann. «Wir stellten fest, dass in diesem Bereich die Gleichstellung noch nicht besonders weit fortgeschritten ist. Frauen verdienen bei gleichem Alter und gleichwertiger Ausbildung rund 15 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – also etwa 12700 Franken pro Jahr.»
Positiver war die Feststellung, dass rund 52,7 Prozent aller Befragten im Jahr 2005 eine Reallohnerhöhung erhalten haben. «Ein eher hoher Wert, wenn man die Arbeitsmarktsituation berücksichtigt», erläutert Gassmann. «Das beweist uns, dass gut ausgebildete Fachkräfte auch in schwierigen Zeiten gesucht sind.»

«Eine offene Bildungspolitik hilft, lebenslanges Lernen zu ermöglichen», sagt der Geschäftsführer des SVTS. Die Studie untermauert diese Aussage, denn sie gibt – neben den Angaben zu den Gehältern – auch Informationen zur Weiterbildung. So zeigt sie etwa, dass die HF-Abgänger Weiterbildung als ein wichtiges Instrument betrachten, um ihre Berufsziele zu verwirklichen: 33,5 Prozent aus dem Bereich Technik, 47 Prozent aus dem Bereich Wirtschaft und 22,4 Prozent aus dem Bereich Gastronomie/Tourismus haben ein Nachdiplomstudium absolviert. Der überwiegende Teil (60 Prozent) derjenigen, die ein NDS machten, hat sich für betriebswirtschaftliche Lehrgänge entschieden.

Die Gehaltserhebung kann beim Schweizerischen Verband der Techniker TS für 30 Franken bezogen werden:
SVTS, Eichgutstrasse 1, Postfach 2307, 8401 Winterthur
info@svts.ch oder www.svts.ch

 
 
 

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