HR Today | 11/2005 | Text: Nathalie Rivault

Um die Vermittlung von Arbeitsuchenden besorgt


Die berufliche Mobilität innerhalb der Europäischen Union (EU) und der Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) stärker zu fördern und damit zu einem Gleichgewicht auf den Arbeitsmärkten beizutragen – diese zentralen Ziele verfolgt der Europaservice der Bundesagentur für Arbeit (ES-BA).

Kernaufgabe des Europaservice ist die Vermittlung von Arbeitsuchenden auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Darüber hinaus informieren die Beratungs- und Vermittlungsteams des Europaservice über Ausbildung, Studium und Berufstätigkeit in der EU und in den EWR-Ländern. Verantwortlich für den Europaservice ist die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV), die internationale Personalagentur im Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Dienstleis-tungen sind daher für Arbeitgeber wie für Arbeit-suchende neutral und kostenlos.

Der Service der Zentralstelle für Arbeit greift auf mehr als 50 Jahre Erfahrung zurück und stützt sich auf die erfolgreiche Zusammenarbeit  mit den Nachbarländern, insbesondere mit der Schweiz. Die Migrationsströme zwischen beiden Ländern haben eine lange Tradition. Das Gastarbeitnehmerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland eröffnete erste Möglichkeiten zur beruflichen Mobilität.
Auf den 1. Juni 2004 trat die zweite Stufe des Abkommens zur Personenfreizügigkeit in Kraft. Sie bringt weitere Erleichterungen für Staatsangehörige der Europäischen Union, die in der Schweiz arbeiten möchten. Beispielsweise wird der Inländervorrang aufgehoben, das heisst, Arbeitnehmende aus der Schweiz müssen bei Neueinstellungen nicht mehr vorrangig gegenüber Personen aus der EU berücksichtigt werden.

Trotz des erweiterten EU-Arbeitsmarktes spielt die deutsch-schweizerische Vermittlungsachse weiterhin eine zentrale Rolle. Neben dem anhaltend grossen Interesse seitens deutscher Ratsuchender, in der Schweiz einer Tätigkeit nachzugehen, steigt beim Europaservice die Zahl der Anfragen von schweizerischen Arbeitgebern nach deutschen Fach- und Führungskräften.
Der Arbeitgeberservice, der für den Europaservice freie Stellen rekrutiert und Kontakte zu Betrieben, Verbänden und anderen Akteuren hält, bestätigt diese Tendenz: 2004 hatten ihm Auftraggeber aus der Schweiz die Besetzung von 1600 Stellen anvertraut – bereits im September 2005 hat er diesen Wert um 15 Prozent übertroffen. Vorrangig werden Fachkräfte aus dem Bau- oder technischen Bereich gesucht. Mittlerweile wächst auch die Zahl der Stellenangebote für Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Sektoren. Diese Entwicklung ist der gut funktionierenden Kooperation mit den Mitgliedern des vpds zu verdanken.
Gemeinsam mit dem vpds möchte der Arbeitgeberservice die Rekrutierungsmöglichkeiten für Fach- und für Führungskräfte aus Deutschland darstellen. Es wird deshalb am 11. Januar 2006 ein bilateralen Workshop in der Zentrale des vpds in Dübendorf durchgeführt. Fragen wie «Über welches Bewerberpotenzial verfügt der deutsche Arbeitsmarkt?» oder «Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Europaservice ab?» stehen im Zentrum des Workshops.

 
 
 

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