HR Today | 7,8/2005 | Text: Christoph Schärrer
Erhöhte Flexibilität bei der Entwicklung von Gesamtsalärpaketen und nachhaltig leistungsabhängige Saläre sind auch 2005 die Fokusthemen. Weibliche Führungskräfte, die in der Schweiz weiterhin untervertreten sind, verdienen immer noch signifikant weniger als ihre männlichen Kollegen.
Die aktuelle Kadersalärstudie 2005 von Kienbaum und der «HandelsZeitung» zeigt, dass erfolgreiche Unternehmen die schwierige Gesamtmarktsituation der letzten zwei Jahre dazu genutzt haben, flexiblere Gesamtsalärpakete zu offerieren. Die Grundsaläre sind im Schnitt um 2,8 Prozent gestiegen. Die Änderung liegt somit zwischen den 3,1 Prozent im Vorjahr und den 2,2 Prozent im Jahr 2003. Zudem wird deutlich, dass nachhaltig leistungsabhängige, variable Salärbestandteile weiter an Bedeutung gewinnen.
Variable Salärbestandteile erlauben den Unternehmen, ihre Personalkosten flexibel zu gestalten und mit beweglichen Gesamtsalärpaketen auf Phasen schwieriger Gesamtrahmenbedingungen entsprechend zu reagieren. Durchschnittlich erhalten auf der ersten Ebene 83 Prozent aller Positionsinhaber eine variable Entlöhnung. Auf der zweiten und dritten Ebene ist dieser Anteil mit 81 Prozent beziehungsweise 79 Prozent nur unbedeutend kleiner.
Die Bandbreite der Einkommen ist innerhalb einer Ebene beachtlich: In der Geschäftsleitung (1.Ebene) reicht diese von 110000 Franken pro Jahr bis über eine Million Franken. Auf Geschäftsleitungsebene verdienen 69 Prozent der Stelleninhaber mehr als 220000 Franken. Das durchschnittliche Gesamtsalär beträgt 290000 Franken.
Auf der zweiten Ebene reicht die Spanne von 87000 Franken bis über 700000 Franken im Jahr, wobei ein Viertel weniger als 140000 Franken pro Jahr verdient. Der Durchschnitt liegt hier bei 175000 Franken. Selbst Kader der dritten Ebene können je nach Branche und Funktion über 180000 Franken pro Jahr erwarten. Diese stellen aber eine Ausnahme dar, werden doch durchschnittlich 131000 Franken verdient.
Neben den unterschiedlichen Hierarchiestufen sind die Unternehmensgrösse und die Personalverantwortung ebenfalls entscheidende Einflussfaktoren für die Lohnhöhe. Weiter hat neben dem Alter – als Richtwert für die Erfahrung – die Ausbildung einen bedeutenden Einfluss. Gut ausgebildete Führungskräfte mit Hochschulabschluss oder Promotion finden sich verhältnismässig mehr auf höheren Führungsebenen. Dort werden in der Regel auch bessere Saläre bezahlt. Weibliche Führungskräfte, die in der Schweiz weiterhin untervertreten sind, verdienen ungefähr 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Viele Unternehmen suchen ihren Führungsnachwuchs nicht mehr nur im Inland. Sie weichen immer öfter auf Nachbarländer aus. So gewinnt auch der Vergleich der Einstiegssaläre von Universitätsabsolventen verschiedener Länder zunehmend an Bedeutung. Im europäischen Vergleich schneiden die Saläre der Schweiz sehr gut ab. Liegen doch die Einstiegssaläre von Hochschulabsolventen in der Schweiz im Allgemeinen bedeutend über dem europäischen Durchschnitt.